Innenleben

|

Geräte

|

Datensicherung

|

Praxissoftware

|

Autoren Specials

Datensicherung - Methoden - Geraete Die Datensicherung

Mit diesem Kapitel wollen wir versuchen, Ihnen Kenntnisse zum Thema Datensicherung in der Zahnarztpraxis zu vermitteln, die Sie in die Lage versetzen sollen, die eigenen Bedürfnisse zu analysieren und dann die Strategie festzulegen.

Da keine Praxis ist, wie die andere, könnte zunächst anhand der folgenden Fragen zur Datensicherung der status quo kritisch hinterfragt werden um dann die eigenen Vorkehrungen zur Datensicherung entweder bestätigt zu wissen, oder zu verändern.

Inhalt dieser Seite

Fragen zur Datensicherung (die Sie sich stellen sollten):

  • Welches Betriebssystem benötigt Ihre Praxissoftware (DOS, Windows, Linux, Unix...)?
    - wichtig für Wiederherstellungen nach Crashs oder PC-Wechsel
     
  • Wie groß ist das Programm (in MB)?
    kleinere DOS-Programme benötigen weniger Platz auf   Speichersystemen als z.B. größere Windows-Programme mit zahlreichen Zusatzfunktionen
     
  • Wie umfangreich ist die Datenmenge, die in Ihrer Praxis anfällt?
    reine Textdateien benötigen nur relativ wenig Platz (einige zig MB)
    die Einbindung von digitalem Röntgen, Photos und /oder Praxisdokumenten  (Stichwort: Ordner- freie Praxis) erfordern viele GB Speicherplatz.
     
  • Haben Sie eine Installationsdiskette/CD Ihrer Praxissoftware und wo bewahren Sie sie auf? Haben Sie eine Sicherungskopie gemacht?
     
  • Sind in Ihrer Praxissoftware Programmdateien und Datendateien streng getrennt und verfolgt Ihr Softwarehaus eine offene Informationspolitik darüber?
    Es kann möglicherweise sinnvoll sein, Programm und Daten getrennt zu sichern, aber:
     
  • Wenn Sie Ihre Datendateien getrennt vom restlichen Programm sichern, wie verhält es sich mit Veränderungen, die Sie individuell am Programm vorgenommen haben, wie z.B. KZV-Stempel, Briefköpfe, Begründungstexte, Mahntexte, Tastenbelegungen, Kürzel, Laborpreise,...?
    Wo werden diese Veränderungen von Ihrem Programm abgelegt? Unter Programmdateien oder unter Datendateien?
     
  • Sind Sie durch Ihr Softwarehaus an ein bestimmtes Datensicherungsverfahren gebunden?
    Schafft Abhängigkeiten
     
  • Sind Updates Ihrer Praxissoftware immer Vollversionen, sodaß Sie mit diesem Update ohne die Installationsdisketten/CDs und die folgenden Updates das Programm wiederherstellen könnten?
     
  • Entspricht Ihre bisherige Datensicherung noch den aktuellen Anforderungen an Sicherheit, Archivierbarkeit, Kompatibilität, Datentransport und Geschwindigkeit?
    3,5-Zoll-Disketten, ältere Streamer...
     
  • Haben Sie ein Einplatz- oder Mehrplatzsystem?
    Z
    ur Datensicherung können bei MPS, außer Wechselspeichermedien  ggf. auch andere PCs im Netz verwendet werden.Sie sollten sich einmal mit der RAID-Technologie beschäftigen.
     
  • Sehen Sie sich in der Lage, z.B. nach einem Festplatten-Crash, Ihr Praxisprogramm, auch ohne Hilfe Ihres Softwarehauses, wieder zum Laufen zu bringen (Installation des Betriebssystems, Installation der Peripheriegeräte,Installation der Praxissoftware, Rücksicherung aller Daten bis zum Vortag) ?
     
  • Was ist, wenn in Ihrer Praxis eingebrochen wird, oder durch ein Feuer alle PCs zerstört wurden?
    Nehmen Sie die Sicherungen mit nach Hause?
     
  • Wann könnten Sie weiterarbeiten, wenn Ihr PC plötzlich wegen unbekannter Defekte in Reparatur muß?
    Haben Sie einen weiteren PC, der schnell und unkompliziert vorbereitet werden kann, oder schon ist?
    Haben Sie ein mobiles Kartenlesegerät oder wissen Sie, wo Sie eines herbekommen?
     
  • Wie lange wollen Sie Daten archivieren?
    Eine Praxis, die kartei- und ordnerlos geführt wird und digitales Röntgen praktiziert, muß völlig andere Anforderungen an die Archivierungsfähigkeiten Ihres Wechselspeichersystems stellen, als eine Praxis mit Karteikarten und ohne Bildarchivierung.
     
  • Können Sie defekte Dateien wiederherstellen? Backups aus DOS ausführen?
    Schwierig bis unmöglich bei Streamern. Wer DAT-Streamer hat, kann sich mit dem freeware-Programm DATMAN behelfen.
     
  • Haben Sie Ihre Festplatte in Partitionen aufgeteilt, um eine Komplettsicherung und Wiederherstellung zu erleichtern?
    Je nach Datenmenge entweder Praxissoftware incl. Daten auf eine Partition, oder aufteilen auf zwei Partitionen, sowie Zusatzprogramme ( Textverarbeitung, Bildbearbeitung, Rote Liste, Daisy,...) auf eine weitere Partition.
     
  • Haben Sie  eine Startdiskette ? (=Bootdiskette = Notfalldiskette)
    Hier klicken, wenn Sie wissen wollen, wie es geht

  • Führen Sie regelmäßig Defrag und Scandisk aus?
    Erhöht die Sicherheit von Abstürzen und die Lebensdauer der Festplatte.

(nach oben)


Wie denn nun? - Eine Übersicht

Vorbemerkungen: Die folgenden Ausführungen beziehen sich vorwiegend auf Windows Betriebssysteme (gelten zum großen Teil aber auch für OS/2 und Linux). Dieser Beitrag beschäftigt sich nur mit ATAPI bzw. (E)IDE-Platten (das sind derzeit die "normalen" Nicht-SCSI-Platten). Beim Arbeiten mit SCSI-Platten müssen einige Besonderheiten berücksichtigt werden.

Warnung: Beim Arbeiten mit Partitions- und Sicherungssoftware besteht die Möglichkeit von Datenverlust. Die folgenden Ausführungen sollten sehr sorgfältig gelesen und auf die eigene Konfiguration übertragen werden. Die Autoren weisen jede Verantwortung bei einem eventuellen Datenverlust von sich.

Stationäre Backup-Medien

Sicherung auf eine andere Partition

Als stationäres Backup-Medium steht zunächst einmal die Festplatte zur Verfügung, auf der sich Ihre Praxis-Software befindet.

Dazu ist es ratsam, die Festplatte in Partitionen aufgeteilt zu haben.Beispielsweise wäre folgende Aufteilung denkbar:
Und hier erfahren Sie genau, wie das Partitionieren und Formatieren funktioniert.

primäre Partition

C:

das Betriebssystem und Ihre Praxis-Software

erweiterte Partition mit den Laufwerken

D:

die Datensicherungen

E:

weitere Programme (wie Daisy, die Rote Liste, Dentaldepot - Bestellsoftware...)

Wenn Sie die Festplatten so aufgeteilt haben, können Sie die gesamte Partition C: auf D: sichern   (= Komplettsicherung oder full backup). Schauen Sie, daß Sie künftig schon bei der Partitionierung und Formatierung Ihrer Festplatte das Backup im Auge haben. Im Nachhinein geht eine solche Partitionierung ohne Löschung der Daten mit einem speziellen Programm (Partition Magic) zwar auch noch, aber denken Sie unbedingt an eine vorherige Komplettsicherung Ihrer wichtigen Daten.

Ob Sie eine tägliche Komplettsicherung durchführen möchten, hängt u.a. davon ab, wie umfangreich Ihre Praxis-Software ist. Viele Praxis-Software- Programme haben eine Größe, die deutlich unter 500 MB liegt. Zusammen mit dem Betriebssystem hat man dann auf der Partition C: ein Datenvolumen unter 800 MB. aus diesem Grund sollte man auch nicht solche Dateien, die sehr viel Speicherplatz benötigen (z.B. digitale Röntgenbilder),  in der Partition C: speichern , sondern entweder in einer anderen Partition, auf einer anderen Festplatte oder auf einem Wechselspeichermedium.

Nun gibt es Programme, die die ganze Partition C: zu einer einzigen Datei komprimieren und speichern können ( = ein Image erstellen ). Die wichtigsten sind Ghost von Symantec und DriveImage von Powerquest, von denen man sich allerdings nur Demoversionen ohne die Möglichkeit der Wiederherstellung von den angegebenen Homepages herunterladen kann.

Wer einen kostenlos erhältliches Image Programm ohne viel Schnickschnack runterladen möchte bekommt es auf der Seite von Wolfgang Wirth, der noch viele weitere nützliche Programme geschrieben hat.
Ein weiteres hervorragendes freeware Programm ist Drive Image XML, das auch die Dateisysteme FAT 16, FAT32 und NTFS unterstützt.

Die Erstellung eines solchen Images dauert je nach Datenmenge 10 - 20 min. und kann sowohl auf eine andere Partition z.B. D:, eine andere Festplatte oder Wechselspeichermedium oder auf einen anderen Rechner im Netzwerk erfolgen.
Letztere bieten Ihnen sogar die Chance, im Falle eines gefürchteten  Festplatten-Crashs Ihre alte Partition C: - sogar aus DOS heraus- auf eine neue Festplatte zu spielen.

    Eine genaue Installationsanweisung zum Einbau einer neuenrechts klicken zum Download Festplatte
    können Sie sich hier als pdf-Datei downloaden:
    ( Das Symbol mit der rechten Maustaste anklicken, “Ziel speichern unter...”anklicken und einen Speicherplatz auf Ihrem PC angeben )

Der Vorteil eines solchen Images ist unbestreitbar die Möglichkeit, die gesamte Partition in einem Rutsch wiederherzustellen ohne langwierige Fehlersuche, Neuinstallation des Betriebsystems oder der Praxis-Software oder der Suche nach evtl. fehlerhaften Dateien. In 30 min. läuft Ihr System wieder!

Sicherung auf eine andere Festplatte

(nach oben)

Besser, als die Datensicherung auf eine andere Partition zu sichern,ist, sie auf eine andere Festplatte zu sichern. Sei es, daß die Festplatte im selben PC eingebaut ist, sei es, daß sie sich auf einer Workstation Ihres Netzwerks befindet.

Der Vorteil liegt in der vorhandenen (oder herstellbaren) räumlichen Trennung der Arbeitssoftware von der Sicherung, was im Falle von Viren oder Festplattendefekten ein Vorteil ist.

Einen Sonderfall der Sicherung auf einer anderen Festplatte stellt die RAID-Technologie dar, die auch hier ausführlich erklärt wird.
Ohne ein Backup-Programm laufen zu lassen, wird über einen RAID-Controller eine genau gleiche, 2. Festplatte parallel beschrieben. Solche RAID-Controller gibt es für ATAPI und für SCSI-Systeme.

Ambulante Backup-Medien

Den oben beschriebenen stationären Systemen steht der einfachen Benutzbarkeit aber auch ein höheres Datenverlustrisiko gegenüber:

Stehen die Partitionen oder Festplatten miteinander in Verbindung, können sich Fehler oder Viren auch auf die Backupplatte/partition übertragen.
Ein weiterer Nachteil ist das systemimmanent höhere Datenverlustrisiko bei magnetischen Speichersystemen.
Der entscheidende Nachteil stationärer Systeme ist aber der Totalverlust aller Daten im Falle eines Brandes oder Einbruch-Diebstahls.

Deshalb sollte zusätzlich ein Wechselspeichersystem zur Datensicherung eingesetzt werden. Die folgende Tabelle stellt Kosten, Verbreitung, Datensicherheit, Handhabung und Risiken der wichtigsten Systeme einmal einander gegenüber:

Tabelle: Wechselspeichersysteme im Vergleich

Hier
klicken

(nach oben)


Komplettsicherung oder inkrementelles Backup?

Hier scheiden sich die Geister, was durchaus auch mit der Menge des Datenbestandes einer Praxis zu tun hat

Warum sollte man nicht die vollständige Sicherung eines 200 MB großen Programms samt Programm-Dateien und Daten-Dateien durchführen, wenn das Ganze nicht mehr als 10 min. dauert? Man erspart sich u.U. die Rücksicherung mehrerer inkrementeller Backups mittels dafür vorgesehener Software und den entsprechenden Fehlermöglichkeiten, da die Backups meistens auch nur mit einwandfrei laufendem Betriebsystem (Windows...) rückgesichert werden können.

Hat man aber einen größeren Datenbestand zu sichern und möchte die Sicherung evtl. auch automatisiert im Hintergrund ablaufen lassen sollte man ein inkrementelles Backup (s.u.) durchführen.

Dazu ist eine spezielle Software erforderlich und eine genaue Kenntnis über den Ort, an dem sich die veränderten und/oder neu hinzugekommenen Dateien Ihres Praxisprogramms befinden (siehe Fragenkatalog)

Die Datensicherung macht bei Ihnen die Praxis-Software automatisch?

Die von den Softwarehäusern vorgesehene Datensicherung ist meist ein solches inkrementelles Backup.Wenn Sie sich auf das von Ihrem Softwarehaus angeboten Datensicherungsverfahren verlassen möchten, sind Sie u.U. darauf angewiesen, bei einer evtl. erforderlichen Rücksicherung auch deren Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Überdenken Sie das im Hinblick auf die Erreichbarkeit der Hotline, die evtl. entstehenden Kosten und die PC-lose Zeit, bis die Rücksicherung erfolgt ist!

(nach oben)

Die Komplettsicherung ( full backup)

Die u.E. besten Programme zur Komplettsicherung wurden oben bereits besprochen. Leider gibt es sie nicht als freeware; die Kosten dürften bei beiden Programmen etwa um 60 € liegen.

Ghost von Symantec (v 6.0, 13,66MB und Drive Image von Powerquest (V. 4.0, 23 MB). Letzteres kann man als kostenlose Beigabe zu einem PC Magazin bekommen, das sich nachbestellen läßt.

Wer einen kostenlos erhältliches Image Programm ohne viel Schnickschnack runterladen möchte, bekommt es auf der Seite von Wolfgang Wirth, der noch viele weitere nützliche Programme geschrieben hat.

(nach oben)


Das inkrementelle Backup

Wenn man nur die Daten sichert, die sich verändert haben oder neu dazugekommen sind, spricht man von einem inkrementellen Backup. Auch die Bezeichnung differentielles Backup ist zuweilen anzutreffen, die auch teilweise synonym gebraucht wird. Die Unterschiede sind tatsächlich marginal, weshalb hier nicht weiter darauf eingegangen werden soll.

Es gibt zahlreiche Programme, mit denen Sie ein inkrementelles Backup durchführen können. Drei möchten wir Ihnen vorstellen:

Traybackup 2.5b
(deutsch)

Freeware bei privater Nutzung

  • einzelne Dateien oder ganze Verzeichnisse
  • auch auf ZIP, Brenner(UDF),...
  • Medienwechsel während Backup mgl.
  • automat. Start bei Windows-Start mgl.
  • volle Netzwerkintegration per UNC-Norm (\\Server\Verzeichnis)
  • portabel!

Paragon Backup & Recovery 10 (deutsch)

ca.28 €

Datenrettungsprogramm - Sichern und Wiederherstellen von vielfältigen Medien - Datenarchivierung - Automatische Treibereinbindung - Systemvoraussetzung: Windows Vista, 7

arj32 (englisch)

freeware

Für DOS-Puristen und Kommandozeilen-Liebhaber und für solche, die die totale Kontrolle über die Vorgänge ihres Backups wollen.

Hunderte Optionen (81-seitiges Handbuch) ermöglichen bei diesem “Packer” eine exakte Einstellung auf die eigenen Bedürfnisse.

Natürlich gibt es auch Packer, wie ZIP, ACE, RAR, LHA...,aber Sie sollten prüfen, ob sie auch unter DOS, WIN 9x, WIN NT laufen, und lange Dateinamen unterstützen.

Hier haben wir für Sie einmal eine Batch-Datei
Hier klicken führt Sie zu einer genauen Beschreibung
erarbeitet, mit der Sie ein inkrementelles Backup in Sekundenschnelle durchführen können.

Hier können Sie sich das Benutzerhandbuch in Deutsch anschauen und downloaden.

Ein paar Tips zu Online-Virenscannern

(nach oben)

Vorteile :   -kein Kauf erforderlich
                   -ständig aktuell

Nachteile : -man muss sämtliche Sicherheitseinstellungen wie Java etc. freischalten,
                   -je nach Plattengröße kann es auch mal 2 Stunden online time kosten

an Adressen für solch einen Online-Virenscan soll nicht fehlen:

von Bitdefender
von Symantec/Norton
 von Mc Afee
 von Trendmicro.de ( deutsche Seite, sehr gut verständlich)
 von Panda-software.de

Ein Virenscan läuft meistens 2 Stunden, deshalb sollte man die Scanner in solche mit Online-Protection unterteilen, die man bei schwächlichen PCs offline wieder abschaltet. (resourcenfressend)

 


(nach oben)

Und wenn doch mal was schiefgegangen ist?

...und was, wenn die Festplatte oder die Diskette nicht mehr will und man hatte die Datensicherung ausgerechnet ( wo man doch sonst nie...) an diesem Tag vergessen?

Gute Hilfe leistet Go-Back 4.0 von Symantec . Auf dieser Seite stehen noch weitere Programme. Da das Programm noch vor Windows startet, kann man alle Virusinfektionen außer dem Bootsektor wieder rückgängig machen. Dieser wird dann mit bootdisk a:fdisk /mbr bei win9x&ME und bei Win2000,XP mit der InstallCD mit reparieren/bootsektor gepatcht .
Je nach Sicherheitsgefühl sollte man dem Programm 10-20% der Festplattenkapazität opfern

Einzelne Dateien lassen sich mit den Freeware-Tool PC Inspector File Recovery 3rekonstruieren.

In einem scheinbar hoffnungslosen Fall sollte man professionelle Datenretter dranlassen. Die finden Sie unter www.datenretter.de in Internet. Allerdings nicht mehr kostenlos.

aktualisiertJuli, 17

Copyright ©  by Zahn-im-Netz